Borbecker Muehlenbach (003)

[für die deutsche version runter scrollen]

HeimatGrün  is the official magazine for Essen – European Green Capital. For the first issue in 2017, I gave an interview and introduced “Sound of Essen”. As location for the photo-shoot the editor and the photographer suggested the Borbercker Mühlenbach. This stream has been renaturalized in recent years and the sewage is now discharged separately in a sewer. It is an inflow of the Emscher and before it merges into the Berne in Essen-Bergeborbeck (which then flows into the Emscher a little later), it flows from Essen-Bredeney through a large part of Essen. In addition to christal clear water and various subsoils from sand to stones, the stream offers an incredible variety of plants and birds along its shores (including the rare water rail).

My first stop was where the Kesselbach flows into the Mühlenbach.

Although I originally planned to present unprocessed recordings on this blog only (to draw as realistic a picture as possible of the acoustic environment) I decided this time to post a collage. I came up with the idea when I was looking for the ideal spot for an interesting sounding hydrophone recording. Whenever I placed the hydrophone in a different place just a few inches down the stream, quite different sounds could be heard. Especially around the small waterfall, which combines both rivers, there was a variety of sounds. So I cut these recordings into each other, arranged by sections, so that you can travel down the stream together with the water and hear the current flowing over different subsoils. I sat on the shore and was really impressed by the multi-layered sound that seemed to work on three levels. Perhaps it was only imagined, but I had the feeling to hear the pebbles in the brook bed, the brook itself as it flows past the stones, and the air bubbles that dive into the water by swirling.
 After drying and stowing my hydrophone, I ran along the stream to the agreed meeting place for the interview. We wanted to meet on the bridge Fulerumer Str. / Wickenburg Str.. Under the bridge I experienced a typical soundscape for Essen. The traffic above me on the bridge competed with the birds around me for the dominant part in that piece; accompanied by the distant noise of the Mühlenbach. This harmony of nature and city is a big part of everyday life for me in Essen and I would like to share this recording with you.
 From the bridge we took a walk a little further down the stream, to the city boundary to Mülheim, which is defined in many places by the Mühlenbach. Looking out over the RheinRuhrZentrum and the Essen subway yard, I felt almost like in the zoo, as I looked at these large buildings from a small piece of wild nature. I decided to record the rippling, which accompanied me over the whole interview. This time, I captured the same position of the stream from two different recording positions. Once I stood under the pedestrian crossing and once behind it in the water. Although air line is only about five yards between the two places, it sounds completely different. In the corner under the bridge dull and with a lot of reverb and on the contrary happilly gurgling outside.
 If you want to walk along the route along the Mühlenbach on foot, I recommend to start at the Grugapark on the new cycle track to Mühlheim. This track is parallel to the Borbecker Mühlenbach at the level of the university clinic (UKE).
[German version]

HeimatGrün ist das Magazin zur Grünen Hauptstadt. Für die erste Ausgabe in 2017 habe ich ein Interview gegeben und stelle dort “Sound of Essen” vor. Zum Fototermin schlugen mir die Redakteurin und der Fotograf den Borbercker Mühlenbach vor. Dieser Bach wurde in den vergangenen Jahren renaturalisiert und die Abwässer werden jetzt gesondert in einem Abwasserkanal abgeleitet. Er ist ein Zufluss der Emscher und bevor er in Essen-Bergeborbeck in die Berne mündet (die dann wenig später wiederum in die Emscher mündet) fließt er von Essen-Bredeney aus durch einen großen Teil von Essen um dahin zu kommen. Neben glasklarem Wasser und verschiedenen Untergründen von Sand bis Steinen bietet der Bach eine unglaubliche Artenvielfalt an Pflanzen und Vögeln an seinen Ufern (unter anderem auch die seltene Wasserralle).

Meinen ersten Stop machte ich dort, wo der Kesselbach in den Mühlenbach fließt.

Obwohl ich mir eigentlich vorgenommen habe nur unbearbeitete Aufnahmen auf diesem Blog zu präsentieren um ein möglichst realistisches Bild der akustischen Umgebung zu zeichnen, habe ich mich dieses Mal entschieden eine Collage zu posten. Auf die Idee dazu bin ich gekommen, als ich den idealen Spot gesucht habe für eine möglichst interessant klingende Hydrophon Aufnahme. Wenn ich das Hydrophon an eine andere Stelle nur wenige Zentimeter den Bachlauf hinunter platziert habe,  waren schon gänzlich andere Geräusche zu vernehmen. Besonders um den kleinen Wasserfall, der beide Flüsse zusammenführt herum gab es eine Vielfalt an Klängen. Daher habe ich diese Aufnahmen ineinander geschnitten, nach Abschnitten geordnet, so dass man mit dem Wasser zusammen den Bach herunter reisen kann und hören, wie der Strom über verschiedene Untergründe hinweg fließt. Ich saß am Ufer und war wirklich beeindruckt von dem vielschichtigen Klang, der auf drei Ebenen zu funktionieren schien. Vielleicht war es nur eingebildet, aber ich hatte das Gefühl die Kiesel im Bachbett zu hören, den Bach selbst wie er an den Steinen vorbei strömt und die Luftblasen, die durch Verwirbelungen ins Wasser tauchen.

Nachdem ich mein Hydrophon getrocknet und verstaut hatte, lief ich am Bachlauf entlang zum vereinbarten Treffpunkt für das Interview. Wir wollten uns auf der Brücke treffen Fulerumer Str. / Wickenburg Str.. Unter der Brücke erlebte ich eine für Essen typische Klangkulisse. Der Verkehr über mir auf der Brücke konkurrierte mit den Vögeln um mich rum um den dominanten Part in diesem Stück. Begleitet von dem distanziertem Rauschen des Mühlenbaches. Dieser Einklang von Natur und Stadt ist für mich in Essen ein großer Teil des Alltags und daher will ich gerne auch diese Aufnahme mit euch teilen.

Von der Brücke ging es dann noch ein Stück weiter, bis zur Stadtgrenze nach Mülheim, die an vielen Stellen in Essen durch den Mühlenbach definiert wird. Mit Blick aufs RheinRuhrZentrum und den Essener U-Bahn Yard fühlte ich mich fast wie im Zoo, da ich auf diese Großbauten aus einem kleinen Stück wilder Natur schaute. Das Plätschern, das mich über das gesamte Interview begleitet hat, habe ich dann auch noch eingefangen. Dabei habe ich die gleiche Stelle des Bachs von zwei verschiedenen Positionen aus rekordet. Einmal stand ich unter der Fußgängerüberführung und einmal dahinter im Wasser. Obwohl Luftlinie nur etwa 5 Meter zwischen den beiden Orten liegt, klingt es gänzlich anders. In der Ecke unter der Brücke dumpf und hallig und draußen fröhlich gurgelnd.

Wer zu Fuß die Strecke am Mühlenbach entlang spazieren will, dem empfehle ich vom Gruga Park aus die neue Fahrrad – Trasse bis Mühlheim zu gehen. Ab etwa Höhe Uniklinikum führt diese parallel zum Borbecker Mühlenbach.

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