Die Quelle (007)

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“Die Quelle” (The source) in Kettwigstausee is the first place I visit for the blog, which is known to me since early youth. When I drank from it for the first time about 20 years ago, it looked different. At that time, the place did not have a guardrail (the source is directly on a large road), there was still no collecting basin, no hoses for easy filling of the water and no fissured drainage to the drain (from which the water runs under the road into the Ruhr). Actually, I had considered visiting the source at night, as it was clear that during the day on each of the recordings car sounds will be heard. But since the road is so closely connected with this small waterfall, I decided that this should also be acoustically represented.

The water of unknown origin (and therefore from the city Essen also not recommended as drinking water) occurs in approximately 5m height from the slate stone. I was arranged at 10 am with a reporter from Radio Essen on the spot. When we arrived, we were not alone at the source, but a man already filled water into a large plastic canister. (Attention: loud sounds!)

He came from Heiligenhaus, where the tap water is very calcareous and uses the spring water to cook coffee for 3 years already. Its machine is still like new thanks to the lime-free spring water. He also reported on a laundry from Essen, which filled the whole van with water for ironing. After he left, I wanted to hear the water running along the hill. In the moss, which covers large parts of the quarry, the water flows with a soft sound, creating a surprisingly popping crackling sound.

During the recording on the slope, two more cars came to take water home with them. Unfortunately, a large garbage hill is proof that there is a lot going on here.

When the water flows down the hill, it seeps into a small basin.

It continues through a small hose into a cobbled trough. With my small lavalier mic (DPA 4060) I recorded the atmosphere in the hose:

And on the ground it sounded like this:

After 5 more meters in the gutter, the trickle disappears underground:

Here is a small comparison under water with my hydrophone taken from the water as it drips from the natural rock into the basin and from the artificial drain:

While I captured the rock source from different angles, we also decided to listen from above the source. In about 8m height in the forest you could not hear the water anymore, only the road and the construction site, which is on the opposite side of the Ruhr. However, far above the tree peaks in the air, a bird of prey drew its circles and watched us with the typical call. (note: I tried to adjust the mic to record the spring from above, so there is a lot of handling noise. Included the file to get a full impression of the place.)

After we had strengthened ourselves with a sip of water we went back to the train station Kettwig-Stausee, from which a comfortable walk of 2 minutes leads to the source. The S6 crosses the Ruhr over a steel bridge from 1951. For years I had to get off at the stop Kettwig-Stausee and especially in the evening hours you have a wonderful view over the Ruhr from the train. For two trains in the direction of Essen and one in the direction of Düsseldorf, we have climbed into the framework of the bridge. We listened to the old S-Bahn trains above us.

At the railings I have also attached a contact microphone and here you can hear beautifully how the whole construct wobbled as soon as a train passed by over us.

The bridge is surrounded by a Japanese imported plant, which is called “Ruhr-rhubarb“. By hint of the Radio Essen reporter I ate a piece and must say, it tastes really similar to real rhubarb.

[German version]

Die Quelle in Kettwigstausee ist der erste Ort den ich für den Blog besuche, der mir schon seit früher Jugend bekannt ist. Als ich vor etwa 20 Jahren erstmals daraus getrunken habe, sah es hier noch anders aus. Damals war meiner Erinnerung nach keine Leitplanke da (die Quelle liegt direkt an einer großen Straße), es gab noch kein Auffangbecken aus dem Schläuche laufen zum einfachen Abfüllen des Wassers und keinen gefplasterten Ablauf zum Gulli (von dem das Wasser dann unter der Straße in die Ruhr geleitet wird). Eigentlich hatte ich überlegt die Quelle nachts zu besuchen, da es klar war, dass tagsüber auf jeder Aufnahme Autogeräusche zu hören sein werden. Da aber die Straße so eng mit diesem kleinen Wasserfall verbunden ist, habe ich mich dann doch entschieden, dass diese auch akkustisch vertreten sein sollte.

Das Wasser unbekannter Herrkunft (und daher von der Stadt Essen auch nicht als Trinkwasser empfohlen) tritt in ca. 5m Höhe aus den Schiefersteinen. Ich war um 10h morgens mit einem Reporter von Radio Essen vor Ort verabredet. Als wir dort eintrafen, waren wir nicht alleine an der Quelle, sondern ein Mann füllte bereits Wasser in einen großen Plastik-Kanister. (Achtung laut!!!)

Er kam aus Heiligenhaus, wo das Leitungswasser sehr kalkhaltig ist und benutzt das Quellwasser seit 3 Jahren zum Kaffe kochen. Seine Maschine ist dank dem kalkfreien Quellwasser noch wie neu. Er berichtete auch von einer Essener Wäscherei, die sich den ganzen Lieferwagen mit Wasser zum Bügeln auffüllt. Nachdem er gegangen war wollte ich mal schauen, wie das Wasser klingt, das den Hügel entlang läuft. In dem Moos, das große Teile des Steinbruchs bedeckt, fließt das Wasser mit einem weichen Klang und machte dabei ein überraschend ploppendes Knistergeräusch.

Während der Aufnahmen am Hang kamen zwei weitere Wagen vorgefahren  um sich Wasser mit nach Hause zu nehmen. Leider zeugt auch ein großer Müllberg davon, dass hier einiges los ist.

Wenn das Wasser den Hügel hinunter geflossen ist, tropft es in ein kleines Becken.

Durch einen kleinen Schlauch geht es dann weiter in eine gepflasterte Abflussrinne. Mit meinem kleinen Lavalier Mikro (DPA 4060) habe ich die Atmo in dem Schlauch aufgenommen:

Und am Boden klang es dann so:

Nach 5 weiteren Metern in der Rinne verschwindet der Rinnsal unterirdisch:

Hier ein kleiner Vergleich unter Wasser mit meinem Hydrophon aufgenommen von dem Wasser, wie es von dem natürlichen Felsen ins Becken tropft und vom künstlich angelegten Abfluss:

Während wir die Felsenquelle aus verschiedenen Winkeln aufnahmen, beschlossen wir auch mal oberhalb der Quelle zu lauschen. In ca. 8m Höhe im Wald hörte man nichts mehr vom Wasser, nur die Straße und die Baustelle, die auf der gegenüberliegenden Ruhrseite zur Zeit ist. Allerdings zog weit über den Baumgipfeln in der Luft ein Greifvogel seine Kreise und beobachtete uns begleitet von dem typischen Schrei. (Ich habe zu dem Zeitpunkt das Mikrofon ausgerichtet um die Quelle von oben aufzunehmen, also ist einiges an Geräuschen von mir zu hören. Wollte aber die Datei trotzdem bereit stellen um einen vollständigen Eindruck der Geräuschkulisse zu vermitteln)

Nachdem wir uns mit einem Schluck Wasser gestärkt hatten ging es zurück zum Bahnhof Kettwig-Stausee, von dem aus man bequem in 2 Minuten an der Quelle ist. Die S6 überquert an dieser Stelle die Ruhr über eine stählerne Brücke von 1951. Jahrelang musste ich an der Haltestelle Kettwig-Stausee aussteigen und besonders in den Abendstunden hat man einen wunderbaren Blick über die Ruhr aus dem Zug. Für zwei Bahnen in Richtung Essen und eine in Richtung Düsseldorf sind wir in das Fachwerkgerüst der Brücke geklettert. Über uns fuhren mit ordentlich Getöse die alten S-Bahnen hinweg.

Am Geländer habe ich dabei auch ein Kontaktmikrofon angebracht und hier kann man schön hören wie das ganze Konstrukt ins Wackeln geriet sobald ein Zug über uns hinwegfuhr.

Umgeben ist die Brücke übrigens von einem aus Japan importierten Gewächs, das hier RuhrRhabarber genannt wird. Auf Tipp des Radio Essen Reporters habe ich es probiert und muss sagen, es schmeckt wirklich ähnlich.

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